Presse
 



Pressemeldungen 2011
AHA - Alles Halle. Das Stadtmagazin, Oktober 2011

Über den Wolken

Grenzenlose Freiheit: Verein setzt euch hinters Steuer eines Segelflugzeugs

Für die Erfindung des Flugzeugs kann man echt dankbar sein. Aber auch selber zu fliegen muss kein Traum bleiben. Aus diesem Grund bietet euch der Flugsportverein Halle-Oppin vom 17. bis 23. Oktober die Gelegenheit, selbst die Hand ans Steuer zu legen und über den Wolken zu schweben.

Jeden Tag ab 9 Uhr trefft ihr euch im Vereinsheim. Zu Beginn gibt es kaum graue Theorie, nur die wichtigsten Instrumente in den Flugzeugen werden erklärt und eine kurze Einführung gegeben. Sofort danach steigt ihr mit einem echten Piloten in die Segelflugzeuge und hebt ab. In der Luft übt ihr beispielsweise Geradeaus- oder Kurvenflüge.

Mitmachen darf jeder ab 14 Jahren. Der Kurs ist natürlich wetterabhängig, euch werden nur die Tage berechnet, an denen ihr auch wirklich in der Luft wart. Pro Tag fallen 25 Euro an. Bringt euch genug Verpflegung und ausreichend Getränke mit. Achtet außerdem auf warme, witterungsbeständige Kleidung und feste Schuhe. Anmelden könnt ihr euch auf der Internetseite des Vereins: www.fsv-oppin.de.


Foto: privat


WochenSpiegel , 14. September 2011

Pilot für einen Tag

Oppin (WS). Der Flugsportverein Halle-Oppin e.V. gibt Interessierten und Neugierigen die Möglichkeit, für einen Tag beim Flugbetrieb der Segelflieger dabei zu sein.

Am 24. September können Fluginteressierte ab 14 Jahre an einem Schnupperflugtag bei den Segelfliegern teilnehmen. Der Tag beginnt um 10 Uhr im Vereinsheim mit der Vorstellung des Vereins und einer kurzen Einführung zum Verhalten auf dem Fluggelände. Nach dem Ausräumen und Aufrüsten der Segelflugzeuge geht es auf die Segelwiese. Zur Krönung des Tages gibt es für jeden Teilnehmer zwei Segelflüge per Windenstart.

Anmelden kann man sich im Netz unter www.fsv-oppin.de. Mehr Infos gibt es bei Nico Heinrich, Tel.: (034604) 20344 (nur am Wochenende).



Magdeburger Volksstimme, 04. Juni 2011

Der große Tag für die Piloten

Segelfliegen: 13 neue Piloten auf einen Streich!

Ende Mai war der große Tag für 13 Segelflugpiloten im Land Sachsen-Anhalt: die praktischen Prüfungen standen an.In Schönebeck beobachtete Fluglehrer und Prüfer Joachim Munkelt drei Prüflinge, um ihnen nach ihren erfolgreichen Kunstflugvorführungen die Berechtigung für Segelkunstflug zu bescheinigen. Robert Liepelt aus Ascherleben, Christian Drößler und Niklas Förster aus Magdeburg bestanden mit sehr guten Ergebnissen. Großer Dank gilt dabei dem ausbildenden Fluglehrer Henrik Hamvas von der LSG Harzfalken.

Nicht minder groß war die Erleichterung bei zwei Lizenz-Prüflingen in Magdeburg. Zu gleicher Zeit stiegen hier Richard Schröder (16) vom Segelfliegerklub Magdeburg und Michael Ulrich vom Fliegerclub Schönebeck in die Luft, um ihren Prüfern Nobert Oelze und Jürgen Grahneis das vorgegebene Flugprogramm zu zeigen: Starten, Steilkreise, Trudeln, Slip, Landung - das alles muss ein künftiger Luftfahrer beherrschen. Auch diese beiden Piloten haben die Prüfungen bravorös bestanden.

Etwas umfangreicher waren die praktischen Prüfungen für 8 Fluglehrer-Anwärter, die alle ebenfalls ihre Prüfungen bestanden. (rs)


Fluglehreranwärter v.l.n.r. Tim Hollneck, Matthias Grube, Dennis Krull, René Schinkel, Marco Dürbrook, Katrin Braune, Sebastian Groebel, Fabian Finster. Foto: privat



Super Sonntag, 30. Januar 2011

Einführung in die Segelflugtheorie

Bestandene Theorieprüfung Voraussetzung für praktische Segelflugprüfung

HALLE (red). Dieses Jahr bietet der Flugsportverein Halle-Oppin e.V. erstmals für alle Interessenten und insbesondere für die Teilnehmer an den Schnupperflugtagen im letzten Herbst am 19. Februar einen dreistündigen kostenlosen Schnupperkurs zur Segelflugtheorie an.

Der Kurs umfasst in kurzer und erläuternder Form die für die Segelfluglizenz nötigen Theoriethemen. Das sind: Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Aerodynamik, Allgemeine Luftfahrzeugkenntnisse/Technik, Verhalten in besonderen Fällen und Menschliches Leistungsvermögen. Außerdem werden wichtige und gute Lernhilfen und Bücher, Kartenmaterial und das Luftfahrthandbuch (AIP) vorgestellt. Die erfolgreich bestandene Theorieprüfung ist Voraussetzung für das Absolvieren der praktischen Segelflugprüfung und Grundlage für den Erwerb der Motorseglerlizenz.

Der Schnupperkurs findet im Vereinsheim am Flugplatz Halle-Oppin statt. Beginn ist 9 Uhr. Anmeldung bitte direkt über die Kontaktseite der Vereinshomepage. Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt.






Pressemeldungen 2010
SonntagsNachrichten, 17. Oktober 2010 - Saal(e)Report Sonderveröffentlichung

"Abfliegen" naht in Oppin

Flugsportverein nutzt letzte Flugtage bis zum 30. Oktober

OPPIN (mas). Der Winter naht. Für die Mitglieder des Flugsportvereins Halle-Oppin sind die letzten Tage des saisonalen Flugbetriebs angebrochen. Am 30. Oktober ist "Abfliegen".

Von heute bis zum 24. Oktober findet der diesjährige Herbstlehrgang auf dem Flugplatz Oppin statt. Alle Piloten und Flugschüler, aber auch Fluginteressierte sind eingeladen auf eine Woche ausgiebiges Segelfliegen, bevor die aktuelle Flugsaison 2010 zu Ende geht.

Der aktuelle Lehrgang richtet sich insbesondere an Flugschüler oder Fluganfänger, die innerhalb kurzer Zeit in der praktischen Ausbildung einen großen Schritt nach vorn kommen wollen. Aber auch vereinsfremde Interessenten am Segelflug können daran teilnehmen und so in wenigen Tagen die fliegerischen Grundlagen des Segelfluges erlernen.

Am 30. Oktober findet das "Abfliegen", der letzte organisierte Flugtag der Saision, und ein Werkstattfest statt. Beginn ist 9 Uhr. Wie bereits in den vergangenen Jahren kann auch diesmal bei genügend Interesse eine Wilga als Schleppmaschine zum Flugzeugschlepp organisiert werden. Wer noch F-Schleppstarts benötigt oder sich einfach in große Höhe zum gemütlichen Abgleiten bringen lassen möchte, sollte zuvor kurz den Vereinsvorstand informieren.

Am Abend des 30. Oktobers treffen sich die Vereinsmitglieder im Vereinsheim zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Am Tag danach rüsten sie die Flugzeuge ab (Fachsprache) und räumen die Werkstatt und das Vereinsheim auf.


Noch zwei Wochen, dann ist die Flugsaison 2010 für die Mitglieder des Flugsportvereins Halle-Oppin vorbei. Foto: Nico Heinrich



AHA - Alles Halle. Das Stadtmagazin, September 2010

Pilot für einen Tag

VON TIMO LEICH

Schnupperangebot in Oppin: Für 20 Euro mal richtig in die Luft gehen. Wer träumt nicht davon, ein Mal am Steuer eines Flugzeuges zu sitzen? Der FSV Halle-Oppin ermöglicht nun Interessierten und Neugierigen, einen Tag lang hautnah Flugerfahrungen mit Segelfliegern zu sammeln und selber Manöver durchzuführen. Die Teilnehmer erhalten dafür eine Tagesmitgliedschaft im Verein. Am 25. September findet dieses luftige Highlight für Fluginteressierte ab 14 Jahre statt. Es beginnt 9.00 Uhr im Vereinsheim auf dem Flugplatz Oppin.

Um nicht ganz ahnungslos abzuheben, gibt es anfangs kurze Einführungen in die Themenbereiche Luftrecht, Wetterkunde, Verhalten auf dem Fluggelände und Technik. Alle Handgriffe, die vor und nach einem Start anfallen, werden mit großer Sorgfalt durchgeführt. Höhepunkt des Tages sind zwei Starts vom Pilotensitz eines Doppelsitzers. Während des ganzen Fluges kann der Ein-Tages-Pilot die Hilfe des Fluglehrers in Anspruch nehmen. Der spektakuläre Tag klingt mit einem Grillabend aus. Jeder Teilnehmer erhält ein persönliches Flugbuch mit den eigenen Flugdaten. Das ganze Ereignis ist für schlappe 20 Euro zu haben. Aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl wird eine schnelle Anmeldung empfohlen.


25. September, ab 9.00 Uhr, Flugplatz Oppin, www.fsv-oppin.de



Mitteldeutsche Zeitung, 28. Juni 2010

Thomas aus Durban hebt ab

VON HEIDI JÜRGENS

OPPIN/MZ. Eins ist für Thomas Gevers klar: Wenn es nur irgendwie möglich ist, dann wird er Pilot. Fliegen ist das große Hobby des 16-Jährigen, der als jüngstes Mitglied des Flugsportvereins Halle-Oppin am Sonnabend gut zu tun hatte. Denn das 20-jährige Bestehen des Vereins, in dem sich mehr als 50 Segelflieger zusammengefunden haben, wurde mit einem Fest für Mitglieder und Gäste gefeiert. Und wer wollte, der konnte auch abheben.

Das wiederum erfordert etlichen Aufwand. Nicht nur, dass Piloten gebraucht werden. Die kleinen Maschinen müssen für die Starts präpariert und nach der Landung wieder zum Startplatz gezogen werden. Gäste sind zum Startplatz zu befördern und nach der Landung wieder zurückzubringen.

"Wir wollen heute zeigen, dass wir ein tolles Hobby haben", sagt der 16-Jährige, der in Leipzig zu Hause ist und nahezu an jedem Wochenende, an dem es das Wetter zulässt, mit Zug und Rad nach Oppin fährt. Und der verrät, dass er ja eigentlich noch von viel weiter herkommt: Vor vier Jahren siedelten seine Eltern aus Durban in Südafrika nach Deutschland über. In Durban, wo Thomas' ehemalige Schulkameraden gerade wegen der Fußballweltmeisterschaft Ferien außer der Reihe genießen, hat Thomas in der Nähe des Flugplatzes gewohnt. "Daher kommt, dass mein Interesse an der Fliegerei größer ist als an Fußball", sagt er.

In Leipzig hat ihn eine Arbeitskollegin seiner Mutter auf den Oppiner Flugplatz und den Flugsportverein aufmerksam gemacht. "Als ich herausgefunden habe, dass die Mitgliedschaft inklusive Ausbildung und Fliegerei für Jugendliche 50 Euro im Monat kostet, war die Entscheidung gefallen", blickt er zurück. "40 Euro habe ich bis dahin für Gitarrenstunden ausgegeben - dass Fliegen nur zehn Euro mehr kostet, hätte ich nie gedacht."

Vereinschef Stefan Münch ist voll des Lobes über den Schüler: "Er hat im letzten Jahr erst angefangen und sehr schnell gelernt", sagt er, "deshalb kann er auch schon allein fliegen." Mit 16? "Ja", erklärt Münch, "bereits mit 14 Jahren kann man die Ausbildung beginnen und auch schon allein aufsteigen, wenn sich zeigt, dass man talentiert genug ist. Und wenn man ernsthaft bei der Sache ist und regelmäßig kommt." Was bei Thomas keine Frage sei.

Allerdings machen die Oppiner Segelflieger auch andere Erfahrungen. "Fliegen ist ein sehr zeitaufwändiges Hobby. Junge Leute, die noch viele andere Interessen haben und am Wochenende auch gern mal die Nacht zum Tage machen, haben dann oft wenig Lust, morgens schon wieder auf dem Flugplatz zu sein", sagt Lothar Aumann. Der 66-Jährige gehörte vor 20 Jahren zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und ist auch heute noch aktiv dabei. "Fliegen kann man, solange man fit ist", erklärt er noch, ehe er mit dem nächsten Festgast abhebt.


Begeisterte Segelflieger: Thomas Gevers (16) und Lothar Aumann (66). (FOTO: MZ)



SonntagsNachrichten, 20. Juni 2010 - Saal(e)Report Sonderveröffentlichung

Flugsportler feiern 20 Jahre

Öffentliche Festveranstaltung am 26. Juni - Eintritt kostenlos

OPPIN (sn). Am 26. Juni ab 10 Uhr feiert der Flugsportverein Halle-Oppin sein 20-jähriges Bestehen. Interessierte, Neugierige und Freunde sind herzlich eingeladen, diesen Tag mit dem Verein zu feiern. Der Eintritt ist frei, der Parkplatz auch.

Bereits ab dem Vormittag dürfen die Gäste im Segelflugzeug, im Motorsegler oder im Motorflugzeug mitfliegen. Die Höhepunkte an diesem Tag sind Kunstflug im Segelflugzeug und Flugzeugschlepp oder Doppelschlepp. Auch da können die Entschlossenen unter den Gästen gerne mitfliegen. Schnupperflüge sind ab 20 € möglich, sagt Vorstandsmitglied Nico Heinrich. Für die kleinen Flugfreunde ist ein buntes Rahmenprogramm geplant mit Hüpfburg, Fußball und Swimmingpool. Außerdem soll es am Stand des Berliner Fliegerladens all das geben, was die Luftfahrt liebenswert und interessant macht.

Auch um das leibliche Wohl wollen sich die Vereinsmitglieder kümmern. Kaffee und Kuchen, Leckeres vom Holzkohlegrill und Bier vom Fass sind angekündigt. Die große Jubiläumsparty mit DJ soll dann am Abend in der Flugzeughalle steigen. Mit einem Lagerfeuer kann der Tag gemütlich ausklingen.

Der Verein wurde am 10. März 1990 aus den Restbeständen der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) gegründet. Der Flugzeugpark und die dazugehörigen Gebäude wurden modernisiert und der Flugsportverein auf den Stand der Zeit gebracht. Die meisten der heute über 60 Mitglieder sind Segelflieger. Die Ausbildung führen ehrenamtliche Fluglehrer durch.


Am 26. Juni feiert der Flugsportverein Halle-Oppin sein 20-jähriges Bestehen. Alle Interessierten sind eingeladen. Foto: FSV Halle-Oppin






Pressemeldungen 2009
Mitteldeutsche Zeitung, 11. Mai 2009

Ein junger König lernt fliegen

Flugsportverein entwickelt gemeinsam mit Partnern ein Projekt, wie man Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen helfen kann

VON RALF BÖHME

OPPIN/MZ. Er hat die Welt von oben gesehen. Er war dort, wo nur der Wind zu hören ist. Und er hatte so ein Kribbeln im Bauch, dass man kaum beschreiben kann. Hani Michael Debasai freut sich wie ein junger König. Der 18-Jährige ist geflogen, an der Seite eines erfahrenen Piloten in Oppin. Mit ihm haben am Samstag 15 Jugendliche, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen, einen Tag beim Flugsportverein erlebt.

Eine Motorwinde zog das Segelflugzeug mit Tempo 100 am Seil in den Himmel. In einer Höhe von 450 Metern wurde das Seil ausgehakt. Die Maschine schwebte lautlos eine Runde über den Flugplatz. "Es gab nur den Wind, alles war ganz still da oben", erinnerte sich der junge Mann nach der Landung. Vereinschef Peter Mierig lobt das Verständnis und auch das Geschick des Flugschülers, der in keinem Moment die Orientierung verloren habe. In der Ferne erkannte der "Co-Pilot" die Türme von Halle. Erst vor fünf Jahren verschlug es Hani Michael und seine Familie dorthin. Hinter ihm lag damals ein langer Weg, der in seiner alten Heimat Eritrea - einer Krisenregion am Horn von Afrika - begann.

In Halle fand der Junge, wie er selbst sagte, seine neue Heimat. Dass ihm dass Deutsche, die Sprache und Lebensweise nicht fremd geblieben sind, dafür dankt der Neu-Hallenser solchen Helfern wie Jane Wiede vom Jugend- und Familienzentrum Sankt Georgen.

Die Sozialarbeiterin leitet das Projekt "Erste Schwelle", das die Integration bis ins Berufsleben unterstützt. Hani Michael versteht das nicht nur als Chance, die ihm die Vernunft gebietet. "Das macht mir wirklich auch alles viel Spaß", meint der talentierte Fußballspieler. Bürgercafé, Computer-Station oder Jugendtreff - an Abwechslung herrscht im Mehrgenerationenhaus in der Zwingerstraße kein Mangel, überall kann er helfen. Mit seinem erfolgreichen Praktikum hat er sich für eine Ausbildung in der Altenpflege empfohlen. Im August geht es los damit, voraussichtlich in der Senioren-Residenz Steintor-Palais.

Jährlich unterstützt das Sankt-Georgen-Jugendzentrum rund 100 junge Leute im Alter von 14 bis 25 Jahren, die eine berufliche und persönliche Orientierung suchen. Berufsfindung und Lehrstellensuche sind eine Seite dieses Angebotes. Auch Schuldenprobleme oder Wohnungssuchen sind ein Thema. Jane Wiede: "Hauptaufgabe jedoch ist die Motivation von Jugendlichen, die bereits viele Fehlschläge einstecken mussten."

Zuvor steht ihm noch ein anderer Weg offen. Der Flugsportverein will ihn zu einer Segelflug-Lizenz verhelfen. Eine verschworene Gemeinschaft, der Verein zählt 51 Männer und sieben Frauen, steht ihm dabei zur Seite. Fluglehrer Torsten Wilker zum Beispiel kann schon auf 4 000 Starts und Landungen verweisen. Geschenkt gibt es nichts, denn die Ausbildung verlangt den ganzen Kerl. Doch die Kosten muss nicht Hani Michael tragen. Dafür kommt der Verein auf, der sich auf einen Sponsor stützen kann. Das ist die Energiegemeinschaft Halle - die Kommunikationsplattform des regionalen Handwerks für Strom, Gas und Fernwärme sowie die Energieversorgung Halle.


Letzte Einweisung vor dem Start. Hani Michael ist bereits angeschnallt, an seiner Seite Sozialarbeiterin Jane Wiede. (FOTO: LUTZ WINKLER)



Mitteldeutsche Zeitung, 28. März 2009

Aktionstag mit Chance zum Neustart

Bündnis: Jugendliche erhalten nach Fehlschlägen ein ungewöhnliches Angebot

VON RALF BÖHME

OPPIN/MZ. Unter dem Motto "Ist doch Ehrensache" will der Flugsportverein in Oppin mindestens 15 Jugendliche aus Halle und Umgebung hoch hinausbringen. Partner dieses Aktionstages am 9. Mai, der bundesweit auf Initiative der ARD stattfindet, ist das hallesche Jugendzentrum Sankt Georgen. Es hilft jungen Leuten, die viele Fehlschläge haben einstecken müssen.

Die Idee, die möglicherweise als Impuls für einen Neuanfang wirkt, ist einfach: Wen sonst Ärger mit der Schule, in der Familie, mit Behörden oder Banken drücken, der soll die Welt und ihre Probleme einmal von oben sehen. Drei Segelflugzeuge und Motorschlepper sollen dazu gleichzeitig ihre Runden über dem Saalekreis drehen, so der Ablaufplan. Darin ist aber auch festgeschrieben, dass die Segelflieger auf Zeit auch eine entsprechende flugtechnische Einweisung erhalten, den Start- und Landeplatz abstecken und helfen, die Fluggeräte in Position zu bringen.

Für solche anspruchsvollen Projekte der Jugendarbeit ist der Flugsportverein seit vielen Jahren die richtige Adresse. Alle 58 Mitglieder, darunter auch acht Frauen, verfügen über Flugerfahrung. Das Durchschnittsalter liegt bei 37 Jahren. Mit etwas Glück schafft man es, in einer Saison 100 Stunden und mehr in der Luft zu sein. Die Ausbildung des fliegerischen Nachwuchses ist ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit.

Steffen Busch vom Jugendzentrum Sankt Georgen freut sich über das Angebot, auf diese Weise mal durchstarten zu können. "Da ist wirklich mehr als ein Tapetenwechsel und auch eine Neuheit in der Sozialarbeit." Gespannt sind seine Schützlinge vor allem darauf, wie man so ein Flugzeug zum Abheben bringt. Mit einer Motorwinde erreicht der Segelflieger ein Tempo von 90 Kilometer pro Stunde und klinkt dann in einer Höhe von etwa 450 Metern aus. Neben der Mitfluggelegenheit dürften auch die Gespräche am Rande der Piste von Interesse sein. Rede und Antwort steht dann vermutlich auch das gegenwärtig jüngste Vereinsmitglied, der 17-jährige Segelflug-Lehrling Johannes Milkow.

Mindestens ein Jugendlicher, so die Offerte des Flugsportvereins, soll dann - Interesse vorausgesetzt - die Ausbildung bis zur Fluglizenz durchlaufen können. Und das kostenlos. Die Aufwendungen übernimmt die Energiegemeinschaft Halle. Dieser Zusammenschluss vereint mittelständische Betriebe aus dem Spektrum Strom, Erdgas und Fernwärme. Geschäftsführer Ingo Englich; "Wir sehen darin eine etwas andere Art, junge Leute für eine Lehre fit zu machen." Auch deshalb wollen Vertreter aus Mitgliedsfirmen an dem Aktionstag teilnehmen, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.


Gemeinsam wird in Oppin ein Projekt angeschoben - Jugendliche erhalten über das Segelfliegen neue Perspektiven. (FOTO: LUTZ WINKLER)



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