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Presse |
| Mitteldeutsche Zeitung, 28. Juni 2010 |
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Thomas aus Durban hebt ab
VON HEIDI JÜRGENS
OPPIN/MZ. Eins ist für Thomas Gevers klar: Wenn es nur irgendwie möglich ist, dann wird er Pilot. Fliegen ist das große Hobby des 16-Jährigen, der als jüngstes Mitglied des Flugsportvereins Halle-Oppin am Sonnabend gut zu tun hatte. Denn das 20-jährige Bestehen des Vereins, in dem sich mehr als 50 Segelflieger zusammengefunden haben, wurde mit einem Fest für Mitglieder und Gäste gefeiert. Und wer wollte, der konnte auch abheben.
Das wiederum erfordert etlichen Aufwand. Nicht nur, dass Piloten gebraucht werden. Die kleinen Maschinen müssen für die Starts präpariert und nach der Landung wieder zum Startplatz gezogen werden. Gäste sind zum Startplatz zu befördern und nach der Landung wieder zurückzubringen.
"Wir wollen heute zeigen, dass wir ein tolles Hobby haben", sagt der 16-Jährige, der in Leipzig zu Hause ist und nahezu an jedem Wochenende, an dem es das Wetter zulässt, mit Zug und Rad nach Oppin fährt. Und der verrät, dass er ja eigentlich noch von viel weiter herkommt: Vor vier Jahren siedelten seine Eltern aus Durban in Südafrika nach Deutschland über. In Durban, wo Thomas' ehemalige Schulkameraden gerade wegen der Fußballweltmeisterschaft Ferien außer der Reihe genießen, hat Thomas in der Nähe des Flugplatzes gewohnt. "Daher kommt, dass mein Interesse an der Fliegerei größer ist als an Fußball", sagt er.
In Leipzig hat ihn eine Arbeitskollegin seiner Mutter auf den Oppiner Flugplatz und den Flugsportverein aufmerksam gemacht. "Als ich herausgefunden habe, dass die Mitgliedschaft inklusive Ausbildung und Fliegerei für Jugendliche 50 Euro im Monat kostet, war die Entscheidung gefallen", blickt er zurück. "40 Euro habe ich bis dahin für Gitarrenstunden ausgegeben - dass Fliegen nur zehn Euro mehr kostet, hätte ich nie gedacht."
Vereinschef Stefan Münch ist voll des Lobes über den Schüler: "Er hat im letzten Jahr erst angefangen und sehr schnell gelernt", sagt er, "deshalb kann er auch schon allein fliegen." Mit 16? "Ja", erklärt Münch, "bereits mit 14 Jahren kann man die Ausbildung beginnen und auch schon allein aufsteigen, wenn sich zeigt, dass man talentiert genug ist. Und wenn man ernsthaft bei der Sache ist und regelmäßig kommt." Was bei Thomas keine Frage sei.
Allerdings machen die Oppiner Segelflieger auch andere Erfahrungen. "Fliegen ist ein sehr zeitaufwändiges Hobby. Junge Leute, die noch viele andere Interessen haben und am Wochenende auch gern mal die Nacht zum Tage machen, haben dann oft wenig Lust, morgens schon wieder auf dem Flugplatz zu sein", sagt Lothar Aumann. Der 66-Jährige gehörte vor 20 Jahren zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und ist auch heute noch aktiv dabei. "Fliegen kann man, solange man fit ist", erklärt er noch, ehe er mit dem nächsten Festgast abhebt.

Begeisterte Segelflieger: Thomas Gevers (16) und Lothar Aumann (66). (FOTO: MZ)
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| SonntagsNachrichten, 20. Juni 2010 - Saal(e)Report Sonderveröffentlichung |
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Flugsportler feiern 20 Jahre
Öffentliche Festveranstaltung am 26. Juni - Eintritt kostenlos
OPPIN (sn). Am 26. Juni ab 10 Uhr feiert der Flugsportverein Halle-Oppin sein 20-jähriges Bestehen. Interessierte, Neugierige und Freunde sind herzlich eingeladen, diesen Tag mit dem Verein zu feiern. Der Eintritt ist frei, der Parkplatz auch.
Bereits ab dem Vormittag dürfen die Gäste im Segelflugzeug, im Motorsegler oder im Motorflugzeug mitfliegen. Die Höhepunkte an diesem Tag sind Kunstflug im Segelflugzeug und Flugzeugschlepp oder Doppelschlepp. Auch da können die Entschlossenen unter den Gästen gerne mitfliegen. Schnupperflüge sind ab 20 € möglich, sagt Vorstandsmitglied Nico Heinrich. Für die kleinen Flugfreunde ist ein buntes Rahmenprogramm geplant mit Hüpfburg, Fußball und Swimmingpool. Außerdem soll es am Stand des Berliner Fliegerladens all das geben, was die Luftfahrt liebenswert und interessant macht.
Auch um das leibliche Wohl wollen sich die Vereinsmitglieder kümmern. Kaffee und Kuchen, Leckeres vom Holzkohlegrill und Bier vom Fass sind angekündigt. Die große Jubiläumsparty mit DJ soll dann am Abend in der Flugzeughalle steigen. Mit einem Lagerfeuer kann der Tag gemütlich ausklingen.
Der Verein wurde am 10. März 1990 aus den Restbeständen der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) gegründet. Der Flugzeugpark und die dazugehörigen Gebäude wurden modernisiert und der Flugsportverein auf den Stand der Zeit gebracht. Die meisten der heute über 60 Mitglieder sind Segelflieger. Die Ausbildung führen ehrenamtliche Fluglehrer durch.

Am 26. Juni feiert der Flugsportverein Halle-Oppin sein 20-jähriges Bestehen. Alle Interessierten sind eingeladen. Foto: FSV Halle-Oppin
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| Mitteldeutsche Zeitung, 11. Mai 2009 |
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Ein junger König lernt fliegen
Flugsportverein entwickelt gemeinsam mit Partnern ein Projekt, wie man Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen helfen kann
VON RALF BÖHME
OPPIN/MZ. Er hat die Welt von oben gesehen. Er war dort, wo nur der Wind zu hören ist. Und er hatte so ein Kribbeln im Bauch, dass man kaum beschreiben kann. Hani Michael Debasai freut sich wie ein junger König. Der 18-Jährige ist geflogen, an der Seite eines erfahrenen Piloten in Oppin. Mit ihm haben am Samstag 15 Jugendliche, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen, einen Tag beim Flugsportverein erlebt.
Eine Motorwinde zog das Segelflugzeug mit Tempo 100 am Seil in den Himmel. In einer Höhe von 450 Metern wurde das Seil ausgehakt. Die Maschine schwebte lautlos eine Runde über den Flugplatz. "Es gab nur den Wind, alles war ganz still da oben", erinnerte sich der junge Mann nach der Landung. Vereinschef Peter Mierig lobt das Verständnis und auch das Geschick des Flugschülers, der in keinem Moment die Orientierung verloren habe. In der Ferne erkannte der "Co-Pilot" die Türme von Halle. Erst vor fünf Jahren verschlug es Hani Michael und seine Familie dorthin. Hinter ihm lag damals ein langer Weg, der in seiner alten Heimat Eritrea - einer Krisenregion am Horn von Afrika - begann.
In Halle fand der Junge, wie er selbst sagte, seine neue Heimat. Dass ihm dass Deutsche, die Sprache und Lebensweise nicht fremd geblieben sind, dafür dankt der Neu-Hallenser solchen Helfern wie Jane Wiede vom Jugend- und Familienzentrum Sankt Georgen.
Die Sozialarbeiterin leitet das Projekt "Erste Schwelle", das die Integration bis ins Berufsleben unterstützt. Hani Michael versteht das nicht nur als Chance, die ihm die Vernunft gebietet. "Das macht mir wirklich auch alles viel Spaß", meint der talentierte Fußballspieler. Bürgercafé, Computer-Station oder Jugendtreff - an Abwechslung herrscht im Mehrgenerationenhaus in der Zwingerstraße kein Mangel, überall kann er helfen. Mit seinem erfolgreichen Praktikum hat er sich für eine Ausbildung in der Altenpflege empfohlen. Im August geht es los damit, voraussichtlich in der Senioren-Residenz Steintor-Palais.
Jährlich unterstützt das Sankt-Georgen-Jugendzentrum rund 100 junge Leute im Alter von 14 bis 25 Jahren, die eine berufliche und persönliche Orientierung suchen. Berufsfindung und Lehrstellensuche sind eine Seite dieses Angebotes. Auch Schuldenprobleme oder Wohnungssuchen sind ein Thema. Jane Wiede: "Hauptaufgabe jedoch ist die Motivation von Jugendlichen, die bereits viele Fehlschläge einstecken mussten."
Zuvor steht ihm noch ein anderer Weg offen. Der Flugsportverein will ihn zu einer Segelflug-Lizenz verhelfen. Eine verschworene Gemeinschaft, der Verein zählt 51 Männer und sieben Frauen, steht ihm dabei zur Seite. Fluglehrer Torsten Wilker zum Beispiel kann schon auf 4 000 Starts und Landungen verweisen. Geschenkt gibt es nichts, denn die Ausbildung verlangt den ganzen Kerl. Doch die Kosten muss nicht Hani Michael tragen. Dafür kommt der Verein auf, der sich auf einen Sponsor stützen kann. Das ist die Energiegemeinschaft Halle - die Kommunikationsplattform des regionalen Handwerks für Strom, Gas und Fernwärme sowie die Energieversorgung Halle.

Letzte Einweisung vor dem Start. Hani Michael ist bereits angeschnallt, an seiner Seite Sozialarbeiterin Jane Wiede. (FOTO: LUTZ WINKLER)
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| Mitteldeutsche Zeitung, 28. März 2009 |
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Aktionstag mit Chance zum Neustart
Bündnis: Jugendliche erhalten nach Fehlschlägen ein ungewöhnliches Angebot
VON RALF BÖHME
OPPIN/MZ. Unter dem Motto "Ist doch Ehrensache" will der Flugsportverein in Oppin mindestens 15 Jugendliche aus Halle und Umgebung hoch hinausbringen. Partner dieses Aktionstages am 9. Mai, der bundesweit auf Initiative der ARD stattfindet, ist das hallesche Jugendzentrum Sankt Georgen. Es hilft jungen Leuten, die viele Fehlschläge haben einstecken müssen.
Die Idee, die möglicherweise als Impuls für einen Neuanfang wirkt, ist einfach: Wen sonst Ärger mit der Schule, in der Familie, mit Behörden oder Banken drücken, der soll die Welt und ihre Probleme einmal von oben sehen. Drei Segelflugzeuge und Motorschlepper sollen dazu gleichzeitig ihre Runden über dem Saalekreis drehen, so der Ablaufplan. Darin ist aber auch festgeschrieben, dass die Segelflieger auf Zeit auch eine entsprechende flugtechnische Einweisung erhalten, den Start- und Landeplatz abstecken und helfen, die Fluggeräte in Position zu bringen.
Für solche anspruchsvollen Projekte der Jugendarbeit ist der Flugsportverein seit vielen Jahren die richtige Adresse. Alle 58 Mitglieder, darunter auch acht Frauen, verfügen über Flugerfahrung. Das Durchschnittsalter liegt bei 37 Jahren. Mit etwas Glück schafft man es, in einer Saison 100 Stunden und mehr in der Luft zu sein. Die Ausbildung des fliegerischen Nachwuchses ist ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit.
Steffen Busch vom Jugendzentrum Sankt Georgen freut sich über das Angebot, auf diese Weise mal durchstarten zu können. "Da ist wirklich mehr als ein Tapetenwechsel und auch eine Neuheit in der Sozialarbeit." Gespannt sind seine Schützlinge vor allem darauf, wie man so ein Flugzeug zum Abheben bringt. Mit einer Motorwinde erreicht der Segelflieger ein Tempo von 90 Kilometer pro Stunde und klinkt dann in einer Höhe von etwa 450 Metern aus. Neben der Mitfluggelegenheit dürften auch die Gespräche am Rande der Piste von Interesse sein. Rede und Antwort steht dann vermutlich auch das gegenwärtig jüngste Vereinsmitglied, der 17-jährige Segelflug-Lehrling Johannes Milkow.
Mindestens ein Jugendlicher, so die Offerte des Flugsportvereins, soll dann - Interesse vorausgesetzt - die Ausbildung bis zur Fluglizenz durchlaufen können. Und das kostenlos. Die Aufwendungen übernimmt die Energiegemeinschaft Halle. Dieser Zusammenschluss vereint mittelständische Betriebe aus dem Spektrum Strom, Erdgas und Fernwärme. Geschäftsführer Ingo Englich; "Wir sehen darin eine etwas andere Art, junge Leute für eine Lehre fit zu machen." Auch deshalb wollen Vertreter aus Mitgliedsfirmen an dem Aktionstag teilnehmen, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Gemeinsam wird in Oppin ein Projekt angeschoben - Jugendliche erhalten über das Segelfliegen neue Perspektiven. (FOTO: LUTZ WINKLER)
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